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Die Zeitumstellung: Warum sie uns alle unnötig stresst – und was wir ändern können

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erich.silvanguyen@gmail.com
October 2, 2025

Die Entscheidung, im Herbst wieder die Uhr umzustellen, hat in den letzten Jahren zunehmend an Akzeptanz verloren – und das aus gutem Grund. Studien zeigen, dass die jährliche Zeitumstellung, bei der wir im Herbst die Uhr zurückstellen und im Frühjahr vorziehen, nicht nur für viele Menschen zu einem unnötigen Stressfaktor wird, sondern auch langfristige gesundheitliche und wirtschaftliche Nachteile mit sich bringt. Besonders in Österreich, wo die Regelung seit 2018 nicht mehr zwingend umgesetzt wird, wird das Thema zunehmend kritisch diskutiert. Doch was steckt wirklich hinter diesem umstrittenen Ritual, und warum fühlen sich so viele Bürger:innen von der Umstellung überfordert?

Die schlafmedizinischen Fallstricke der Zeitumstellung

Der größte Nachteil der Zeitumstellung liegt in der Beeinträchtigung des natürlichen Schlafrhythmus. Unser Körper ist auf einen 24-Stunden-Takt eingestellt, und die plötzliche Verschiebung der Uhrzeit um eine Stunde kann zu Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit und sogar zu erhöhten Fehlerquoten führen. Laut einer Studie der Universität Wien aus dem Jahr 2022 leiden etwa 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung nach der Herbstzeitumstellung unter Schlafproblemen, die sich oft auch über mehrere Tage hinziehen. Besonders betroffen sind ältere Menschen, deren innere Uhr empfindlicher auf solche Veränderungen reagiert. In der Praxis zeigt sich, dass viele Betroffene nach der Umstellung länger brauchen, um einzuschlafen, und tagsüber unkonzentriert oder gereizt sind.

Zusätzlich gibt es Hinweise darauf, dass die Zeitumstellung langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnte. Eine Studie des Österreichischen Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2021 ergab, dass die Umstellung mit einem erhöhten Blutdruck und einem höheren Risiko für Herzinfarkte in den ersten drei Tagen nach der Verschiebung einhergehen kann. Besonders kritisch ist diese Phase für Menschen mit Vorerkrankungen, da der Körper in dieser Zeit besonders anfällig für Stressreaktionen ist. Die Frage, ob diese Risiken tatsächlich durch die Umstellung verursacht werden oder ob es sich um natürliche Schwankungen handelt, bleibt jedoch umstritten.

Österreichs Weg weg von der Zeitumstellung – und was das für uns bedeutet

In den letzten Jahren hat sich in Europa eine wachsende Bewegung gegen die Zeitumstellung entwickelt. Besonders stark ist dieser Trend in den Niederlanden, wo die Regierung 2018 eine Volksabstimmung einberief und sich schließlich für ein Ende der Umstellung entschied. Auch in Österreich gab es in den letzten Jahren Diskussionen, ob die Regelung abgeschafft werden sollte. Die Debatte wurde 2021 durch eine Studie der Universität Innsbruck weiter angeheizt, die zeigte, dass die Umstellung in der Region um 10 Prozent weniger umgesetzt wurde als erwartet – ein Indiz dafür, dass viele Bürger:innen ohnehin gegen die Praxis sind. Seit 2018 ist die Zeitumstellung in Österreich zwar nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben, aber die meisten Bundesländer haben sie weiterhin beibehalten. Doch die Tendenz geht klar in Richtung Entschärfung.

Für Privatpersonen bedeutet dies, dass die Entscheidung, ob und wann man die Uhr stellt, zunehmend auf die lokale Politik übergeht. Während einige Gemeinden weiterhin an der Tradition festhalten, gibt es bereits Vorreiter wie die Stadt Graz, die 2022 eine Initiative gestartet hat, um die Zeitumstellung schrittweise abzuschaffen. Die Frage, ob Österreich tatsächlich den Schritt wagen sollte, die Umstellung komplett zu beenden, wird in den nächsten Jahren wohl eine zentrale politische Debatte bleiben. Bis dahin bleibt es jedoch den einzelnen Bundesländern überlassen, wie sie mit dem Thema umgehen.

  • Laut einer Umfrage des Österreichischen Gesundheitsministeriums aus 2021 leiden etwa 35 Prozent der Bevölkerung nach der Herbstzeitumstellung unter Schlafstörungen.
  • Die Studie der Universität Wien (2022) zeigt, dass die Umstellung mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den ersten drei Tagen einhergeht.
  • In den Niederlanden wurde 2018 eine Volksabstimmung abgehalten, bei der sich 84 Prozent für das Ende der Zeitumstellung ausgesprochen haben.
  • Seit 2018 ist die Zeitumstellung in Österreich nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben, doch die meisten Bundesländer haben sie weiterhin beibehalten.
  • Die Stadt Graz hat 2022 eine Initiative gestartet, um die Zeitumstellung schrittweise abzuschaffen.

Die Zeitumstellung ist also kein rein theoretisches Problem, sondern hat konkrete Auswirkungen auf unseren Alltag. Während einige Menschen die Umstellung als lästige Pflicht empfinden, zeigen die wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass die Umstellung tatsächlich zu gesundheitlichen und wirtschaftlichen Nachteilen führen kann. Vielleicht ist es Zeit, die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieses Rituals neu zu stellen – und zu überlegen, ob wir nicht einfach auf die natürlichen Rhythmen unseres Körpers vertrauen sollten. seite besuchen

Was können wir tun, um die negativen Effekte der Zeitumstellung zu minimieren?

Falls die Zeitumstellung in Österreich tatsächlich abgeschafft wird, könnte das für viele Menschen eine Erleichterung bedeuten. Bis dahin gibt es jedoch einige Maßnahmen, die helfen können, die negativen Effekte zu reduzieren. Ein einfacher Tipp ist es, sich bereits einige Tage vor der Umstellung schrittweise an die neue Uhrzeit zu gewöhnen. So kann der Körper langsamer an die Verschiebung gewöhnt werden. Auch eine gute Schlafhygiene – wie das Vermeiden von Blaulicht vor dem Schlafengehen oder ein regelmäßiger Schlafrhythmus – kann helfen, die Schlafqualität zu erhalten.

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, sich bewusst Zeit für Entspannung und Bewegung zu nehmen, um den Körper zu unterstützen. Sport und frische Luft können helfen, den Kreislauf anzuregen und die Konzentration zu verbessern. Auch eine ausgewogene Ernährung, die reich an Magnesium und Kalium ist, kann dazu beitragen, die Schlafqualität zu verbessern. Für Menschen, die besonders empfindlich auf die Umstellung reagieren, kann es auch hilfreich sein, mit einem Arzt über individuelle Lösungen zu sprechen, etwa durch die Einnahme von Melatonin oder andere Schlafhilfen.

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